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2009-Belarus

Herzliche YMCA-Gastfreundschaft und grüne Sommerweiden

Kinderlachen, Überraschung im Heu und Picknick am Fluss

CVJM-Projektbesuch im belarussischen Minsk und im Dorf Sakowczina

10 Personen gehörten zur Delegation des CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen), die vom 28. Mai – 02. Juni 2009 die weißrussischen YMCA-Partner in Woloshin und Gastkinder im Dorf Sakowczina besuchten. Im Rahmen des CVJM-Friedensnetzes engagiert sich der CVJM schon seit 1992 mit der Aktion „Ferien vom verstrahlten Alltag“ für Kinder aus einer durch die Tschernobyl-Katastrophe verstrahlten Region Weißrusslands.

Pünktlich startete der „Ost-West-Expresszug“ Brüssel-Moskau kurz nach Mitternacht ab Hannover zur 20-stündigen Reise bis Minsk.

Ein Stadtrundgang durch das neu gestaltete Zentrum von Minsk, ließ die Belarus-Reisenden viele Veränderungen in der durch deutsche Kriegseinwirkungen zu 80 % zerstörten Landeshauptstadt feststellen, aber auch starke soziale Gegensätze zwischen arm und reich wurden sichtbar.

Bei Ankunft im mit deutscher Hilfe entstandenen und renovierten Haus des (CVJM) YMCA in Woloshin wurde die hell und zweckmäßig gestaltete Übernachtungs-Etage bewundert.

Das sommerliche Wetter verwöhnte Gäste und Gastgeber und ließ die Landschaft mit frischem Grün und Blumenpracht fast mediteran erscheinen. Die „Gast-Familien“ aus Deutschland wurden in Sakowczina herzlich begrüßt und konnten „ihre“ Kinder dankbar in die Arme schließen.

Die Teilnahme an einer Schulabschlussfeier vor den am 01. Juni beginnenden dreimonatigen Sommerferien, ein extra einstudiertes Schülerkonzert für die Gäste immer reichlich gedeckte Tische und gemeinsame Mahlzeiten, die Begegnungen mit ehemaligen und zukünftigen „Gastkindern“ und deren Eltern, viele Gespräche und Einblicke in den Lebensalltag unterstrichen die Bedeutung eines persönlichen Besuches.

In vielen Häusern oder auch Autos ist eine „Ikonen-Ecke“ vorhanden. Die orthodoxe und teilweise auch römisch-katholische Kirche hat im Lebensalltag der Menschen an Bedeutung gewonnen. Geschmückte Kreuze markieren den Ein- und Ausgang von Dörfern und Kleinstädten.

Schließlich besuchte die deutsche Delegation im Dorf Dory eine eindrucksvolle Gedenkstätte für dort in einer Kirche durch deutsche Kriegseinwirkungen umgekommene Dorfbewohner, um der Opfer beider Weltkriege zu gedenken. Mit Hilfe des deutschen CVJM ist in Dory eine neue orthodoxe Kirche als Geste der Versöhnung errichtet worden.

Der nach wie vor von Knappheit geprägte Lebensalltag vieler Menschen in Belarus, lässt deren herzliche Gastfreundlichkeit umso mehr Bedeutung erlangen. Der eigene Kartoffelacker, Gemüseanbau und private Viehhaltung sind für einen großen Teil der Bevölkerung überlebenswichtig.

 

He.kö Juni 2009