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GS ist Schule der Woche

PAZ: Grundschule Stederdorf

„Wir sind eine Schule der vielen Möglichkeiten“
Grundschule Stederdorf ist Schule der Woche am 14.07.2007

„Wir sind eine Schule der vielen Möglichkeiten“


Jedes Kind kann irgendetwas besonders gut. Davon ist man an der Grundschule in Stederdorf fest überzeugt. „Wir sehen uns als Schule der vielen Möglichkeiten und wir wollen unseren Schülern und Schülerinnen dabei helfen, ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten zu entdecken“, erläutert Schulleiterin Birgit Kreissel eines der Hauptziele der Schule.


Den Kindern werden in fünf verschiedenen Bereichen jahrgangsübergreifend Angebote gemacht, die jeder einmal ausprobiert. Dafür steht in jeder Woche eine Stunde zur Verfügung, außerdem pro Halbjahr ein Projekttag oder zumindest mehrere Stunden im Block.


„Wichtig ist es uns auch, eine angenehme Lernumgebung zu gestalten. Denn wenn man sich wohl fühlt, kann man besser lernen“, sagt die Rektorin. Und wenn man durch die Schule geht, entdeckt man an vielen Stellen gestalterische Details, die zum großen Teil von den Schülern selbst stammen.
Ganz aktuell ist in diesen Tagen natürlich das Thema Einschulung. „Die Schulanfänger lernen schon im Vorfeld das Haus und ihre Klassenlehrerin kennen, sie nehmen an einer Schnupperstunde teil. „Darüber hinaus bekommt jedes Kind einen Paten aus einer dritten Klasse, die für die Kleinen sehr ernsthaft ein wenig Verantwortung übernehmen“, sagt Kreissel. Dann kommt es schon vor, dass ein Pate ganz entrüstet vor ihr steht und sagt „Mein Patenkind ist angegriffen worden!“


Lernen statt Lärmen lautet ein wichtiger Grundsatz an der Schule. Immerhin rund 255 Stederdorfer und Wendesser Kinder beleben das Gebäude. „Wenn es zu laut wird, mahnt Fredi Ruhe an“, so Kreissel. Fredi ist eine Puppe, die überaus geräuschempfindlich ist und auf die die Kinder gern Rücksicht nehmen“, erklärt die Rektorin.


Ein ganz hohes Gut ist in Stederdorf die Mitarbeit der Eltern. „Der Förderverein hat 136 Mitglieder, darauf sind wir sehr stolz“, sagt Kreissel. „Unsere Eltern sind einfach großartig.“ Mütter kümmern sich seit zehn Jahren ehrenamtlich um die Schulbücherei, ein Vater wartet die Computer, eine Mutter betreut seit 2002 ehrenamtlich die Homepage der Schule und viele der zahlreichen Aktionen, die die Schule zu dem machen, was sie ist, wären ohne das Engagement der Eltern nicht möglich“, spart die Schulleiterin nicht mit Lob.
Auch im kommenden Schuljahr werden wieder – wie auch im den vergangenen Jahren – drei erste Klassen eingerichtet. „Die Schülerzahlen sind bei uns bislang stabil“, freut sich Kreissel.

 

Die neuen Medien

Der Umgang mit den sogenannten neuen Medien wird im Leben der jetzigen Grundschüler eine große Rolle spielen. „Es ist wichtig, dass die Kinder an eine sinnvolle Nutzung herangeführt werden“, weiß Lehrerin Sandra Zarm, die seit dem Jahr 2000 für die Computer an der Grundschule Stederdorf zuständig ist.
„Allerdings hatte ich zu dem Zeitpunkt noch keine Ahnung von Computern und mir war nicht klar, was genau auf mich zukommt“, sagt sie und lacht. Unterstützung bekommt sie von Bernd Deyerling, dessen Kind zwar die Schule bereits verlassen hat, der aber nach wie vor mit großem Engagement bei der Sache ist.


Der Computerraum ist mit nur acht Arbeitsplätzen eigentlich zu klein. „Nur mit Unterstützung der Elternschaft hat jedes Kind mindestens einmal in der Woche eine Stunde lang die Gelegenheit, den Raum zu nutzen. Wir teilen die Klassen jeweils, eine Hälfte geht in den Computerraum, die andere bleibt im Klassenzimmer“, beschreibt Zarm die Vorgehensweise. Je eine Gruppe wird dann von einer Mutter beaufsichtigt. Nachdem erste Berührungsängste abgebaut sind, nutzen die Lehrer die neuen Medien gern. wos

 

Das Musical

Lass doch den Kopf nicht hängen!“, schmettern rund 25 Kinder im Musikraum fröhlich zur Melodie von „Tom Dooley“, um dem kleinen Nils Mut zu machen, lesen zu lernen. „Nils“ ist die Hauptperson im diesjährigen Musical, das zur Einschulungsfeier für die neuen Erstklässler nach den Sommerferien aufgeführt wird und dessen Proben zurzeit auf Hochtouren laufen – schließlich stehen die Ferien unmittelbar vor der Tür und danach ist es schon so weit.
„Nils lernt lesen“ heißt das Stück. „Der kleine Nils ist traurig, weil er nicht lesen kann. Er holt sich Rat bei seinen Freunden, den Tieren“, fasst Schulleiterin Birgit Kreissel den Inhalt knapp zusammen. Mehr will sie aber noch nicht verraten, denn schließlich soll es eine Überraschung bleiben. Sichtlich begeistert sind die rund 25 Jungen und Mädchen aus den Jahrgängen zwei bis drei bei der Sache. Sie stecken in fantasievollen Kostümen und können ihre Rollen schon fast perfekt.


Angeleitet werden sie von den Lehrerinnen Renate Stieglitz und Dagmar Hennigs, die aber nur noch selten in die Probe eingreifen müssen. Sie studieren bereits seit einigen Jahren regelmäßig Musicals mit Schülern ein. „Das sind jedes Mal kleine Geschichten, die mit vielen Liedern und kleinen Tanzeinlagen gewürzt und schwungvoll vorgetragen werden“, sagt Kreissel.
Damit auch in den hinteren Reihen alles verstanden werden kann, nutzen die kleinen Sänger und Schauspieler eine professionelle Musikanlage. Das dafür nötige Geld kam durch einen Sponsorenlauf zusammen. wos

 

Die Hundeklasse

Einen ungewöhnlichen „Mitschüler“ haben die Jungen und Mädchen der Klasse 2c. „Jack läuft im Klassenzimmer herum, wie es ihm gefällt, wenn ihm danach ist, döst er eine Weile und nach dem Frühstück leckt er die Krümel vom Fußboden. Und wir haben ihn alle lieb“, berichtet Hanna vom Schultag mit ihrem „Klassenhund“.
Seit zwei Jahren hat der Labrador Retriever Jack einen festen Platz in der Grundschule Stederdorf. „Er liegt oft in unserem Klassenzimmer in seinem Körbchen in der Ecke und schläft, aber wenn wir einen Stuhlkreis machen, ist er immer dabei“, erzählt Hauke begeistert.


Jack ist der Hund von Klassenlehrerin Anja Gleicher, die auch die Idee hatte, ihn jeden Tag mit in die Schule zu bringen. „Ich habe vorher viel über ähnliche Projekte gelesen und mich gut informiert. Angeblich fördert ein Klassentier die emotionale und soziale Entwicklung der Kinder. Ob das in diesem Fall so war, kann ich gar nicht genau sagen, aber ich bin mit meiner Klasse sehr zufrieden“, sagt die Pädagogin.


Wichtig sei allerdings die Eignung des Hundes, „Jacks Vorgänger wäre für so etwas nicht der richtige Hund gewesen. Auf Jacks Gutmütigkeit ist absoluter Verlass.“


Das bestätigt Pia, die Jack längst ins Herz geschlossen hat, obwohl sie vorher Angst vor Hunden hatte: „Meine Mutter ist mal gebissen worden. Aber so etwas würde Jack nie tun.“


Seit zwei Jahren geht Jack jeden Tag in die Schule. Rechnen und Schreiben hat er allerdings noch nicht gelernt. „Deshalb kommt er im Sommer noch einmal in die erste Klasse“, scherzt sein Frauchen, die dann wieder Abc-Schützen übernimmt. Natürlich mit Jack an ihrer Seite. wos

 

Die Sportspiele

Wenn man den Sportplatz nicht gleich um die Ecke hat und deshalb nur mühsam für die „klassischen“ Bundesjugendspiele trainieren kann, muss man sich eben etwas anderes einfallen lassen. An der Grundschule Stederdorf, die sich mit so einem Sportplatzproblem arrangieren muss, ist das schon vor einigen Jahren geschehen. Dort werden stellvertretend für die Bundesjugendspiele die Sportspiele durchgführt, bei denen es gar nicht so sehr um „schneller, höher, weiter“ geht, sondern mehr um den Spaß an der Bewegung und um positive Gruppenerlebnisse.


„Die Sportspiele stehen jedes Jahr unter einem bestimmten Motto“, erklärt Lehrerin Sandra Zarm, in deren Klassenraum viele Fotos an der Wand an diese Ereignisse erinnern. Am Tag vorher werde den Kindern eine Rahmengeschichte präsentiert, die dann als Grundlage für die Spielstationen dient, die am nächsten Tag auf dem Sportplatz oder auch im Wald absolviert werden müssen, sodass die ganze Aktion eine sinnvolle, abgeschlossene Geschichte ergibt.
In diesem Jahr verwandelten sich die Jungen und Mädchen in verwegene Piraten (PAZ berichtete), die gekentert und gestrandet sind. Aber auch als Indianer, bei Waldspielen oder einer Jux-Olympiade haben sie schon eine gute Figur gemacht.


„Sie verkleiden sich zu Hause und kommen so in die Schule. Dann bilden wir innerhalb der Klassen Gruppen, die gemeinsam antreten und sich fantasievolle Namen geben. Zur Belohnung und zur Erinnerung bekommt dann jeder eine kleine Urkunde“, erklärt Zarm.


Organisiert und vorbereitet wird dieser besondere Sporttag von den Lehrerinnen Hedda Neumann und Andrea Kuck. Die eigentliche Durchführung ist mit viel Aufwand verbunden, der von den Lehrkräften der Schule allein nicht zu bewältigen ist. „Da bekommen wir dann immer große Unterstützung von den Eltern. Jedes Jahr stellen sich einige einen ganzen Vormittag lang zur Verfügung und betreuen die Spielstände. Sonst könnten wir die Sportspiele in der bestehenden Form nicht durchführen“, betont Zarm. wos

 

 

(C) Peiner Allgemeine Zeitung - Von Kerstin Wosnitza