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Ortsentwicklung

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Ortsgrundriss von Stederdorf um 1862

Die Kotstellen pflegen in den Dörfern unserer Gegend im bunten Wechsel mit den Ackerhöfen, aus denen sie ja zumeist hervorgegangen sind, zu liegen. Die Brinksitzer erhielten ihre Stellen entweder auf den freien Dorfplätzen oder aber am Rande des alten Ortes. Unter dem "Brink" verstand man bei uns früher offenbar die Grasflächen des Dorfplatzes und Dorfrandes. Vorzugsweise wurden die Brinksitzerstellen in unseren Orten am Dorfrande und nur vereinzelt auf dem Dorfplatz oder in sonstigen freien Winkeln des Dorfes angelegt. Von den fünf Stederdorfer Brinksitzerstellen hatten bei der Verkopplung vier ihre Stellen am Ortsrande und nur eine Stelle lag auf dem Platz am Maare. Unter den Brinksitzer, führt die Verkopplungskarte außerdem die Pfarre, das Pfarrwitwentum und die Schule auf. Die Schule lag damals auf dem Platz am Maare. Kirche, Pfarre und Pfarrwitwentum wurden offenbar wegen der geringen Größe des Dorfplatzes am Maare schon früh an den Dorfrand gelegt.

 

Man darf sich demnach die Entwicklung des Dorfbildes so vorstellen, dass sich der älteste Ortskern um das Maar und den Dorfplatz nach Süden und Osten erweiterte und sich von den siebzehn Halbhofstellen bei Hinzutreten der dreißig Kotstellen wohl ein Teil aus der Beengung im innersten Kern nach außen verlegte. Eine älteste Kapelle könnte vielleicht am Maare gelegen haben, bis im 14./15. Jahrhundert die Kirche am östlichen Dorfrande gebaut wurde.