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Bauern Jungsteinzeit

Von Bauern der frühen Jungsteinzeit

Etwa um die Wende vom 5. zum 4. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung erfuhr die Kulturentwicklung im mitteleuropäischen Raum ihren bei weitem entscheidensten Wandel. Mit der damaligen Einführung von Ackerbau und Viehzucht machte sich der Mensch frei von seinem bisherigen Abhängigkeitsverhältnis zu jagdbaren Wildtieren und zu Früchten der Wildpflanzen. Die nun mögliche Vorratswirtschaft erlaubte dem Menschen erstmalig eine wirkliche Sesshaftigkeit und das Aufgeben der bis dahin notwendigen unsteten Lebensweise der nomadisierenden Jäger und Wildbeuter.

 

Bis heute sind in der Stederdorfer Feldmark aus den rund zwei Jahrtausenden der Jungsteinzeit (4000 bis 2000 v. Ztr.) keine Zeugnisse echter Siedlungsstellen bekannt geworden. Dafür hat Fritz Rehbein am Südrande des Wendesser Moores zwei Einzelfunde dieser Periode geborgen: eine durchlochte Arbeitsaxt und ein Beil, beide aus Feldgestein. Leider lassen sich diese Geräte nach ihren Formen nicht in einer der Kulturgruppen dieser Zeit zuordnen. Aber sie belegen doch unmissverständlich, dass Menschen der Jungsteinzeit hier mit ihnen gewirkt und sie an ihrem Arbeitsplatz hinterlassen haben. Ein dritter Fund, ein Bruchstück vom Griff eines Feuersteindolches, den Rehbein vorlegt, entstammt der nördlichen Kulturgruppe und gehört in die Schlussphase der Jungsteinzeit. So besitzen wir aus Stederdorf wenigstens ein Indiz, das für die Einbezogenheit unserer Feldmark in das angedeutete jungsteinzeitliche Besiedlungsgeschehen des Peiner Raumes spricht.

So etwa mag die Grablegung des Toten im spätjungsteinzeitlichen Baumsarggrabe auf der Pinkenburg vor sich gegangen sein.

Zum Ende der Jungsteinzeit kam noch eine dritte Kulturgruppe die sog. Einzelgrab- oder Becher-Kultur aus dem Norden in das Peiner Land, wie Funde besonderer Steingeräte erweisen. Der Einzelgrabkultur, die im norddeutschen Flachland eine bedeutsame Rolle für die weitere Siedlungsgeschichte spielte, ist höchstwahrscheinlich ein auf dem Flurstück "Pinkenburg" untersuchtes Baumgrab mit Körperbestattung zu zuweisen. Dieses Grab stellt somit das erste und älteste sichere Zeugnis für Siedlungstätigkeit auf Stederdorfer Grund dar. Zumindest von der späteren Jungsteinzeit ab wird demnach mit bäuerlicher Nutzung unserer Feldmark zu rechnen sein.